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Freitag, 24.11.2017 (47.KW)
KabelJournal Chemnitzer-Land
Regionalnachrichten
Industriebrachen einmal anders

Ibug und BegehungenChemnitz - ein Paradies für Künstler, die sich darin verstehen, Verfallenem neues Leben einzuhauchen. Die Brachenvielfalt in der Stadt ist gewaltig, obgleich schon so manches Objekt aus dem Stadtbild verschwand - abgerissen oder von Vandalen zerstört. Manche Brache wurde oder wird einer neuen Nutzung zugeführt - für Privat, Gewerbe oder auch Kunst. Kunst, die nur auf Fotografie und Film die Ewigkeit überdauern wird, bekam die Stadt Chemnitz im August reichlich beschert. Unter dem Motto "Das Bunte muss ins Dreckige" stellten Kunstschaffende drei Festivals auf die Beine. In der Spinnerei das "Wolkenkuckucksheim", im Kulturpalast "Begehungen" und in der Spezialmaschinenfabrik die Ibug. Das Kunst- und Kulturfestival "Begehungen" erlebte in diesem Jahr die 14. Auflage im Kulturpalast Rabenstein. Ein Objekt, dessen Fassade so ziemlich jeden beeindruckt. Sozialistischer Klassizismus - unter Denkmalschutz stehend. Was sich dahinter verbirgt durften Interessierte vom 17. bis 20. August erkunden. Ganz passend für das Objekt, das Teil des Erholungs- und Kulturzentrums der Wismut war und später Studio für das Fernsehen der DDR. Nach der Wende nutzte der Mitteldeutsche Rundfunk rund 10 Jahre das Haus. Der einstige Glanz ist dem Verfall preisgegeben. Dazwischen nun für ein Wochenende Kunst aus aller Welt und viele neugierige Besucher.  Genauso spannend ist jedes Jahr die Ibug. Die Industriebrachenumgestaltung gibt es seit 12 Jahren. Viele davon bewegte man sich in westsächsischen Gefilden. Voriges Jahr war sie in Limbach-Oberfrohna zu Gast und nun erstmals in Chemnitz. Die Spemafa war ebenso viele Jahre sich selbst überlassen. 1889 gründeten auf dem Areal die Gebrüder Unger die Fleischmaschinenfabrik, später wurde die Volkseigener Betrieb und nannte sich Spezialmaschinenfabrik. Nach der Wende wurde hier nicht mehr lange produziert. Dem Leerstand folgte der Verfall. Genau das richtige Ambiente für Industriebrachengestalter. Bevor die loslegen konnten, führten zahlreiche Helfer Aufräumarbeiten und Sicherungsmaßnahmen durch. Danach durften die kreativen Köpfe aus aller Welt loslegen. Was die Ibug-Künstler geschaffen haben, ist auch in diesem Jahr an zwei Wochenenden zu sehen. Am letzten Augustwochenende sowie am ersten Septemberwochenende. Dann dauert es wieder ein Jahr bis in der Stadt der Moderne Künstler in großem Rahmen Ruinen in Kunstorte verwandeln. Begehungen bleibt in Chemnitz und  die Ibug?