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Freitag, 23.08.2019 (33.KW)
KabelJournal Chemnitzer-Land
Regionalnachrichten
Neues Leben in der alten Artiseda

Tag der offenen FabrikLimbach-Oberfrohna - Geheimnisvoll still und verlassen stand er über 20 Jahre mitten in Limbach-Oberfrohnas Zentrum – der ehemalige volkseigene Betrieb Artiseda – davor Wirk- und Strickwarenfabrik Louis Schaarschmidt – erbaut Ende des 19. Jahrhunderts. Der Turm kam 1928-29 hinzu. 2009 führte man an dem für rund 130.000 Euro Sicherungsarbeiten durch – die wurden zu 100 Prozent gefördert, um das denkmalgeschützte Gebäude vor dem weiterem Verfall zu schützen. Es gab vor wenigen Jahren Überlegungen von Seiten der Stadt, das Gebäude zu erwerben und es nach der Sanierung unter anderem als zentrales Museumsdepot für die Städtischen Museen Limbach-Oberfrohna zu nutzen. Auch über eine Verlagerung der Stadtbibliothek dachte man nach. Ganz verlassen war die alte Fabrik in den vergangenen 20 Jahren nicht. Mancher Vogel verirrte sich durch die kaputten Scheiben hierher – dieser fand den Ausgang nicht mehr. Herumgegeistert sind in der Fabrik auch andere. Deren Hinterlassenschaften konnten Pressevertreter 2017 in Augenschein nehmen. Verwüstung auf allen Etagen. Dazwischen jedoch auch Arbeitsplätze, die wirkten, als kämen die hier Tätigen bald wieder.

Ende August 2018 wurde die Artiseda zwangsversteigert. Im Bieterwettstreit bekam Familie Wrzal den Zuschlag. Nach monatelangen Aufräumarbeiten fand nun am 23. März ein „Tag der offenen Fabrik“ statt. Fast ganz Limbach-Oberfrohna traf man in der alten Fabrik an. Viele Besucher waren darunter, die einst hier arbeiteten und sehen wollten, was aus ihrer alten Wirkungsstätte wurde. Der Evangelische Schulverein Limbach-Oberfrohna möchte die alte Fabrik in ein Freies Evangelisches Limbacher Schulzentrum – kurz Fels - verwandeln. Zum „Tag der offenen Fabrik“ war nicht nur schauen und zuhören gefragt. Die Besucher waren ebenfalls zum Einkaufen eingeladen – erworben werden konnten Textilen, die einst in der Artiseda produziert wurden. Der Erlös des Werksverkaufes kommt zu 100 Prozent dem Evangelischen Schulverein Limbach-Oberfrohna zugute.