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Donnerstag, 09.07.2020 (27.KW)
KabelJournal Chemnitzer-Land
Regionalnachrichten
Corona und das Schausteller-Gewerbe

Rico IllgenAnnaberg-Buchholz sollte in diesem Jahr ein großes Fest erleben - die 500. Auflage der berühmten Kät. Wegen der Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie fiel nun 2020 eines der ältesten Volksfeste in Mitteldeutschland aus. Das ist aber nur ein Fest von vielen. Andere Volks-Feste werden in diesem Jahr noch ausfallen, wie das Stadtparkfest in Limbach-Oberfrohna oder auch das Hohenstein-Ernstthaler Bergfest. Wegen der Coronapandemie hatte man im Frühjahr Großveranstaltungen bis 31. August verboten. Am 17. Juni, wenige Tage nach dem Interview mit Rico Illgen, fanden Bund-Länder-Gespräche statt. Man verständigte sich darauf, Großveranstaltungen bis Ende Oktober zu verbieten. Ausnahmen kann es geben, wenn die Einhaltung von Hygieneregelungen und eine Nachverfolgbarkeit von Infektionsketten möglich ist. Einen Tag später erklärte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer gegenüber MDR Sachsen, dass Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern mit behördlichen Hygieneauflagen im Freistaat ab 1. September wieder stattfinden können. Außerdem sei man im Gespräch mit Veranstaltern von Volks- und Weinfesten sowie Jahrmärkten, diese Veranstaltungen schon nach dem 17. Juli zu ermöglichen. Rico Illgen gehört zu dem Berufsstand, der von den Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie besonders hart getroffen wurde. Er ist, wie sein Vater, Großvater und die Väter davor, Schausteller. Vater Klaus Illgen ist schon viele Jahre der Vorsitzende des Mittelsächsischen Schaustellerverbandes. Für viele blieb nur, Harz4 zu beantragen. Erschwerend kommt bei den Schaustellerbetrieben hinzu, dass es zumeist Familienbetriebe sind. Bei den Illgens ist das nicht anders. Sie haben inzwischen auf dem Totenstein einen kleinen Imbiss aufgebaut, um die Zeit des Stillstandes zu überbrücken. Der Totenstein im Rabensteiner Wald ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Die Abenteuerlustigen können hier so einiges entdecken. Andere kommen hierher, um zum Beispiel die Aussicht vom Maria-Josefa-Turm zu genießen. Von oben kann man auf Limbach-Oberfrohna blicken. Je nach Wetterlage hat man auch einen guten Blick hinüber ins Erzgebirge, da wo die Annaberger Kät ausfiel. Statt der bunten Lichter, mit denen sonst der große Rummelbetrieb die Nacht zum Tag werden ließ, gab es vom 12. bis 20. Juni eine Lichtinstallation, mit der Annaberg-Buchholz die Vorfreude auf die Kät 2021 wecken und zugleich den Schaustellern zeigen möchte, dass sie nicht vergessen sind. Am 12. Juni beschloss das Bundeskabinett die sogenannte Überbrückungshilfe. Geholfen werden soll kleinen und mittelständischen Unternehmen, die wegen der Corona-Krise ihren Betrieb ganz oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten. In welchem Umfang das zum Beispiel den Schaustellern hilft, wird die Zukunft zeigen. Die Förderung ist höher als bei der Soforthilfe. Von Juni bis August können bis zu 150.000 Euro an betrieblichen Fixkosten erstattet werden. Allerdings muss ein Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer die Umsatzausfälle und die betrieblichen Fixkosten bestätigen. 25 Milliarden Euro stehen für das Programm zur Verfügung. Bewilligt werden die Zuschüsse von den Ländern. Mehr Infos zur Überbrückungshilfe gibt es unter: www.bundesregierung.de .