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Montag, 17.05.2021 (20.KW)
KabelJournal Chemnitzer-Land
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Rest des Bahnhofs Limbach-Oberfrohna wird abgerissen

ImageDer Tod ist manchmal auch Weiß. Weißer Schnee säumt den letzten verblieben Teil des Bahnhofgebäudes in Limbach-Oberfrohna. Der andere Teil liegt bereits als Schutt verborgen unter dem Schnee. Das Ende einer rund 150 jährigen Geschichte. Die begann 1872 mit der Sackbahn von Wittgensdorf über Hartmannsdorf nach Limbach. Über diese Strecke hatte man den Anschluss an die Hauptstrecke Chemnitz-Leipzig. Von 1897 bis 1950 konnte man über Kändler und Rabenstein nach Wüstenbrand fahren. Ab 1913 fuhr der Zug über Limbach nach Oberfrohna. Das Ende dieser Limbacher Bahngeschichte wurde mit dem Ende der DDR eingeläutet. Die Zahl der Menschen schwand, die per Bahn zur Arbeit pendelten, auch weil nach und nach die Betriebe dicht machten - damit verbunden: sinkender Güterverkehr - der wurde 1995 eingestellt. Im Jahr 2000 war dann auch Schluss mit dem Personenverkehr. Es gab Anlässe, zu denen der Limbach-Oberfrohnaer Eisenbahnverein, der seinen Sitz im Bahnhof Oberfrohna hatte, zu Fahrten auf einem Teil der alten Strecke einlud. Hier 2009 zusammen mit den Eisenbahnfreunden Chemnitztal. Nach dem Verkauf des Bahnhofs Oberfrohna zog der Verein nach Hartmannsdorf um. Während schon so mancher alte Bahnhof das Glück hatte, eine Nachnutzung zu erfahren, fand sich niemand, der dem Limbacher eine Zukunft geben wollte oder konnte. Im Jahr 2014 kaufte die Stadt Limbach-Oberfrohna den Bahnhof und beauftragte eine Machbarkeitsstudie. Ungenutzt wurde der Zustand außen und innen im Laufe der Jahre nicht besser. 2015 erfolgte ein Teilabriss. Da die Kosten für eine Sanierung in den Millionen-Bereich gegangen wären, beschloss 2019 der Stadtrat, das Bahnhofsgebäude ganz abzureißen, es sei denn, dass sich bis September 2020 ein privater Investor fände. Tat es nicht, weswegen nun die Abrissbagger anrückten.