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Freitag, 23.04.2021 (16.KW)
KabelJournal Chemnitzer-Land
Regionalnachrichten
Die Geschichte des Berggasthauses auf dem Hohenstein-Ernstthaler Pfaffenberg

ImageDass das Berggasthaus auf dem Hohenstein-Ernstthaler Pfaffenberg nun 2021 110 Jahre alt ist, dürfte so manchem erst aufgrund der aktuellen Berichte über den Verkauf ins Gedächtnis gerückt worden sein. Die Mitglieder des Erzgebirgsvereins Hohenstein-Ernstthal brauchten diesen Anstoß nicht, denn das Berggasthaus ist ein wichtiger Teil in der Geschichte des 1883 gegründeten Vereins, der dabei half, den Pfaffenberg zu dem zu machen, was er heute noch ist: ein beliebtes Ausflugs- und Wanderziel. Dem ersten Vorsitzenden Karl Gruber, ein Strumpffabrikant, gehörte Land auf dem Pfaffenberg. Das hat er dem Erzgebirgsverein übertragen.  Der Verein begann mit der Gestaltung des Pfaffenbergs - durch Bepflanzungen sowie das Anlegen von Spazier- und Wanderwegen. Wie man dem historischen Stadtlexikon von Wolfgang Hallmann entnehmen kann, war ein Ziel, als der Erzgebirgszweigverein Hohenstein-Ernstthal gegründet wurde, der Bau eines Aussichtsturmes. Dafür wurde Geld angespart. 1910 beschloss der Verein, ein Berggasthaus zu errichten und das angesparte Turm-Geld – rund 11.000 Mark - einfließen zu lassen. Die Gesamtkosten betrugen für das Haus 64.000 Mark. Neben Einzeltragödien erlebte das Haus seit der Weihe im Jahr 1911 auch politische Umbrüche. Vom Kaiserreich zur Weimarer Republik, gefolgt vom Nationalsozialismus. 


Es fand die sogenannte Gleichschaltung statt. Was Erzgebirgsverein war, wurde anderswo eingruppiert. Nach 1945 war durch das Gesetz Nr. 2 des Alliierten Kontrollrats ein Weiterwirken des Erzgebirgsvereins nicht möglich. 1990 kam es auf dem Gebiet der DDR zu Neugründungen. Im Westen war das schon in den 50iger Jahren möglich. 1998 wurde eine Rückübertragung aber abgelehnt. 5 Jahre blieb das Haus inzwischen ungenutzt. Jetzt, am 23. Februar, beschloss der Hohenstein-Ernstthaler Stadtrat, sein Vorkaufsrecht zu nutzen und das Berggasthaus für 500.000 Euro zu erwerben. Damit hofft der Erzgebirgsverein, das Haus künftig wieder nutzen zu könne. So veranstaltete der 1900 im Logenhaus das 1. Erzgebirgsfest, aus dem 1911, nach dem Bau des Berggasthauses, das traditionelle Bergfest wurde. Das musste 2020 wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Was 2021 wird – großes Fragezeichen