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Montag, 27.05.2024 (22.KW)
KabelJournal Chemnitzer-Land
Regionalnachrichten
Ausstellung "Wir leben!"

Fit wie ein Turnschuh war die 89jährige unterwegs. Eine ganz normale Oma von nebenan, denkt man. Bis man hört, dass 1945 alliierte Bombenangriffe ihr wahrscheinlich das Leben retteten. Eigentlich sollte die damals 10jährige Dresdnerin nach Theresienstadt deportiert werden – das Ghetto mit der Festung – für viele damals die letzte Lebensstation, für noch mehr die vorletzte: vor Auschwitz oder den anderen Vernichtungslagern. Das Chaos nach der Bombardierung von Dresden am 13. Februar 1945 nutzend, konnte Renate Aris Mutter sich und ihre zwei Kinder in Sicherheit bringen. Zahlreiche Hohenstein-Ernstthaler und Oberlungwitzer vernahmen am 10. April im Sächsischen Landtag die Lebensgeschichte der Holocaust-Überlebenden - im Rahmen einer Ausstellungseröffnung, zu der die Abgeordnete Iris

Firmenich begrüßte und die Holger Heberlein musikalisch umrahmte. In der Reihe „Sächsische Künstler und Künstlerinnen im Landtag“ präsentiert die CDU-Fraktion seit 10. April Werke von Helene Isolde Roßner. Die Hohenstein-Ernstthalerin zeigt unter dem Ausstellungstitel: "Wir leben!" einen Porträtzyklus Holocaustüberlebender in Israel sowie Aquarelle israelischer Landschaften. Den Anstoß zur Ausstellung im Landtag gab Renate Aris, die Isolde Roßners Ausstellung in der Chemnitzer Jakobi-Kirche sah und meinte, dass sie unbedingt auch anderswo gezeigt werden müsse. Isolde Roßner und ihr Mann reisten mit dem Handwerkerdienst der sächsischen Israelfreunde in das Land, das für viele Holocaust-Überlebende zur neuen Heimat wurde. Die Hohenstein-Ernstthaler Künstlerin strich nicht nur Türen, sondern portraitierte viele der Menschen. Viele Arbeiten, die man im Landtag in Augenschein nehmen kann, sind Aquarelle. In Dresden zu sehen ist die Ausstellung "Wir leben!" noch bis 10. August 2024.