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Montag, 19.01.2026 (03.KW)
KabelJournal Chemnitzer-Land
Regionalnachrichten
Königin der Instrumente hatte vorerst letzten Auftritt

Den letzten Auftritt der Königin wollten am 26. Juli zahlreiche Musikliebhaber erleben. Und so füllte sich am 26. Juli die Stadtkirche St. Petri in Augustusburg, als sich die Türen für die Kurzkonzerte um 15 Uhr und um 17 Uhr öffneten. Im Rahmen des Augustusburger Musiksommers ließ der Kantor Pascal Kaufmann ein letztes Mal die 1896 erbaute Jehmlich-Orgel erklingen. Seinerzeit war es die größte Orgel in Mittelsachsen, die, kann man sagen, einiges erlebte. So 1917 die Beschlagnahmung aller Prospektpfeifen für Rüstungszwecke. 1930 erneuerte die Rochlitzer Orgelbaufirma Schmeißer das Instrument. In den 50er Jahren erfolgte durch Reinhard ...

Schmeisser die Neobarockisierung und 20 Jahre nach der Wende die Restaurierung durch Georg Wünning aus Großolbersdorf. Nun wurde ein weiteres Kapital aufgeschlagen. Die Orgel soll denkmalgerecht restauriert sowie um spektakuläre Klangfarben ergänzt werden, denn sie wird Teil der 360° Klangwelt mit einer sechsteiligen Orgelinstallation. Was das für ein Projekt ist, wurde am 26. Juli Interessierten bei Führungen in der Stadtkirche erläutert. Die beliebtesten Sitzplätze werden vielleicht nach Fertigstellung des Projektes die über dem Emporen-Bass sein, denn hier wurden Sicht-Fenster eingebaut und es soll vulkanmässig brodeln. Nach Mendelssohn-Bartholdys Sonate in d-Moll und Dvořáks „Humoresken“ war „Nimrod“ von Edward Elgar das letzte Stück, das auf der Jehmlich-Orgel erklang, ehe sie nun ab August 2025 komplett auseinandergenommen wird, um anschließend Teil der 360°-Klangwelt zu werden.