| „Tag der offenen Tür“ in der alten Dorfschule Wiederau |
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Das Museum in der alten Dorfschule Wiederau veranstaltete am 4. Juli einen „Tag der offenen Tür“. Anlass war die Eröffnung der neu gestalteten Clara-Zetkin-Ausstellung. Der „Heimat und Natur Ortsverein Königshain-Wiederau“ betreut das Museum. Die Dorfschule wurde 1831 eingeweiht und wurde später zum Wohnhaus. Jetzt gibt es darin neben der Clara Zetkin Dauerausstellung einen Vereinsraum, eine Bücherei, das Standesamt und ein historisches Klassenzimmer. Die zur Wendezeit mehrfach vom Sockel gestoßene Clara-Zetkin-Statue hat jetzt vor dem Haus ihren festen Platz gefunden. Geschaffen hatte sie 1975 der Bildhauer Harald Stephan. Clara Zetkin ... gehört zu den wichtigsten Initiatoren des Internationalen Frauentages, so wie sie sich auch anderweitig für die Rechte der Frauen einsetzte. Dass sie nach der Wende auch in Wiederau vom Sockel gestoßen wurde, dürfte vor allem damit zu tun haben, dass sie KPD-Mitglied war - in die Partei eingetreten 1919 nach der Ermordung ihrer Freundin Rosa Luxemburg. Wer sich für deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts interessiert, für den beginnt hier ein sehr spannendes Clara-Zetkin-Kapitel, das damit endet, dass, wenn die Wiederauerin, die von 1920 bis 1933 im deutschen Reichstag saß, nicht schon 1933, 76jährig, in einem sowjetischen Sanatorium gestorben wäre, mit großer Sicherheit den stalinistischen Säuberungen zum Opfer gefallen wäre, die ihren Höhepunkt zwischen 1936 und 1938 erreichten. Stalin bezeichnete Zetkin wohl als „Alte Hexe.“ Neuere Erkenntnisse über sie stammen vom Historiker Jörn Schütrumpf, der einige davon am 4. Juli im Rahmen eines 30 minütigen Vortrages präsentierte. Gemeinsam mit Marga Voigt ist er der Herausgeber von Clara Zetkins Briefen, heißt, in den 3 Bänden kommt sie selbst zu Wort. Schirmherrin der Veranstaltung am 4. Juli war die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Mittelsachsen, Annett Schrenk. Abschluss des offiziellen Teils der Eröffnung der neu gestalteten Clara-Zetkin-Ausstellung war die Enthüllung der Tafel „Ort der Demokratie Geschichte“ am Museum. |